Seite wählen
e-Bikes. Wohin man nur schaut e-Bikes. Das klingt wie eine Beschwerde.
War da nicht irgendetwas, was mir schon meine Mutter früher sagte im Sinne von „na, da kannste aber auch mal mit dem Rad hinfahren. Lass doch mal dein Auto stehen.“ So oder so ähnlich hat es wahrscheinlich jeder mal gehört. Ausnahmen waren „früher“ jedoch nur die hartgesottenen, die drahtigen Menschen. Die, die jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren sind. Bei Wind. Bei Wetter. Immer eigentlich.
 
Und heute? e-Bikes. Überall nur e-Bikes. Diese „Dinger“ sind wirklich überall. In unserer Mountainbike-Community vor gar nicht allzu langer Zeit noch „Schummelbike“ genannt, hat sich das Blatt heute gewendet. Jetzt werden die, die ohne elektrischen Motor unterwegs sind mit Kosenamen bedacht. „Muskelbiker“ oder auch „Biobiker“. Geschummelt wird scheinbar nur noch beim nicht erlaubten „frisieren“ der elektrisch unterstützten Fahrräder. Aber das ist ein anderes Thema.
 
Im Corona-Jahr 2020 ist die Diskussion rund um e-Bikes, aber auch um die Bio-Bikes auf ein ganz neues Level gehoben worden. Bedingt durch Reiseverbote und abgesagte Urlaube haben sich viel mehr Menschen als sonst in einem Frühjahr ein neues Fahrrad zugelegt. Und in den überwiegenden Fällen ist es heutzutage ein e-Bike. Da in den letzten Wochen und Monaten auch nicht viel mehr möglich war, als die direkte Umgebung zu erkunden, haben sich vielen Menschen dann mit ihrem neuen Bike auf in den Wald gemacht. Sinn macht das natürlich eher mit einem geländegängigen Modell, wie zum Beispiel dem Mountainbike. Unterstützt durch einen e-Antrieb, gewappnet mit einer Navigations-App auf dem Smartphone, teilweise mit und teilweise ohne entsprechende Schutzausrüstung wie zum Beispiel einem Helm, traf man überdurchschnittlich viele (Neu-)Mountainbiker*innen im Wald.
 
Allerdings hatte es dorthin auch die Wanderer, die Reiter und andere Waldnutzer verschlagen. So wurde es an vielen, insbesondere den beliebten Pfaden oder in der Fachsprache auch Trails genannten, üblicherweise sich mitten durch den dichten Wald schlängelnden, naturnahen Wegen häufig eng. Da die Wege nun einmal eine Breite von vielleicht einem halben bis maximal einem Meter haben, wird das auch ohne soziale Distanzierungs-Bemühungen und -Gebote schon reichlich eng.
Die anhaltende Trockenheit in unseren Breitengraden sorgt dann zurzeit auch noch für staubige Wege und Böden im Wald, sehr zum Ärgernis derjenigen, die nicht auf zwei Rädern unterwegs sind. Und fertig ist die perfekte Mischung für Walderlebnisse, die nicht unbedingt für alle erholsam sind. Konfrontationen, Diskussionen und manchmal auch nur böse Blicke. So begegnen sich viele Waldnutzer seit einiger Zeit draußen in der Natur, hier bei uns im Sauerland. Alles andere als entspannend und erholend.
 
Aber muss das wirklich so sein?
 
Ich glaube fest daran, dass es eine gute Sache ist, dass so viele Menschen dank dem “e” auf das „Rad“ kommen (ich habe persönlich übrigens den Kampf und die zermürbenden Diskussionen satt, ob e-Bike oder Muskelbike und wer von den beiden “Gegnern” nun das “Rad erfunden” hat). In dem Bereich, in dem ich auch beruflich unterwegs bin, ist es das e-Mountainbike.
Neben sportlicher Betätigung und viel Bewegung an der frischen Luft, lernen die Menschen ihre Umgebung wieder näher kennen. Man hat Spaß und macht etwas gemeinsam (in Corona-Zeiten vor allem mit dem Partner / der Partnerin oder den Kindern). Vor allem lernen viele den Wald (endlich wieder) kennen. Das Respektieren und der richtige Umgang, funktionieren doch nur, wenn ich etwas darüber weiß. Lernen funktioniert insbesondere in der Natur auch ganz hervorragend über Erfahren. Das bringen uns unsere Eltern zumindest als Kind schon bei. Wo wir schon bei den Eltern und vor allem bei Erziehung sind, kommen wir zu den eigentlichen Problemen unter den Menschen „dort draußen im Wald“.
 
Diese heißen: Respektlosigkeit und Rücksichtslosigkeit.
 
Wir setzen uns gemeinsam mit allen Trainern und Guides der Bikeschule Sauerland dafür ein, dass alle den gleichen Spaß und die gleiche Erholung im Wald haben. Als Fördermitglied der Deutschen Initiative Mountainbike e.V. können wir immer wieder nur auf die „Trail Rules“, die festgelegten Wegeregeln des Verbandes für Mountainbiker, hinweisen.
 
Insbesondere die ersten fünf von insgesamt sechs Regeln, „sagen“ eigentlich schon alles:
 
1. Fahre nur auf Wegen!
Fahre nie querfeldein, du schädigst sonst die Natur! Respektiere lokale Wegesperrungen! Forstwirtschaft, Viehtrieb und Belange des Naturschutzes rechtfertigen dies. Auch in Naherholungsgebieten können lokale Sperrungen berechtigt sein. Die Art und Weise in der du fährst bestimmt das Handeln der Behörden und Verwaltungen. Auf Privatgrund bist du oft nur geduldet!
 
2. Hinterlasse keine Spuren!
Bremse nicht mit blockierenden Rädern! (Ausnahme in Notsituationen) Blockierbremsungen begünstigen die Bodenerosion und verursachen Wegeschäden. Stelle deine Fahrweise auf den Untergrund und die Wegebeschaffenheit ein. Nicht jeder Weg verträgt jedes Bremsmanöver und jede Fahrweise.
 
3. Halte dein Mountainbike unter Kontrolle!
Unachtsamkeit, auch nur für wenige Sekunden, kann einen Unfall verursachen. Passe deine Geschwindigkeit der jeweiligen Situation an. In nicht einsehbaren Passagen können jederzeit Fußgänger, Hindernisse oder anderer Biker auftauchen. Du musst in Sichtweite anhalten können! Zu deiner eigenen Sicherheit und derer anderer Menschen.
 
4. Respektiere andere Naturnutzer!
Kündige deine Vorbeifahrt frühzeitig an. Erschrecke keine anderen Wegenutzer! Vermindere deine Geschwindigkeit beim Passieren auf Schrittgeschwindigkeit oder halte an. Bedenke, dass andere Wegenutzer dich zu spät wahrnehmen können. Fahre, wenn möglich, nur in kleinen Gruppen!
 
5. Nimm Rücksicht auf Tiere!
Weidetiere und alle anderen Tiere in Wald und Flur bedürfen besonderer Rücksichtnahme! Schließe Weidezäune, nachdem du sie passiert hast. Verlasse rechtzeitig zur Dämmerung den Wald, um die Tiere bei ihrer Nahrungsaufnahme nicht zu stören.
 
Und genau diese lehren wir nicht nur unseren Kunden, sondern wünschen uns auch, dass diese mehr Gehör bei allen anderen Mountainbikern finden würden. Ob mit “e” oder ohne.
 
Für ein bisschen mehr Respekt und Rücksicht im Wald.
Maik
 

Neue Termine, Kurse und weitere Angebote direkt per E-Mail bekommen & auch noch sparen!

Melde dich jetzt für unseren Newsletter an und du bekommst einen 5-€-Gutschein* für deine Buchung. 

Einmalig einlösbar auf eine Buchung bzw. Person (gültig für die Leistungen Kurs, Workshops, Camps), nicht gültig beim Kauf von Gutscheinen und nicht kombinierbar mit anderen Rabattaktionen.

Danke! Bitte schau in deine E-Mails, wir haben dir eine Bestätigung gesendet